𝗟𝗲𝗶𝗵𝗺𝘂𝘁𝘁𝗲𝗿𝘀𝗰𝗵𝗮𝗳𝘁: 𝗪𝗲𝗻𝗻 𝗚𝗲𝘀𝗲𝘁𝘇𝗲 𝗳ü𝗿 𝗮𝗹𝗹𝗲 𝗴𝗲𝗹𝘁𝗲𝗻 - 𝗮𝘂𝘀𝘀𝗲𝗿 𝗳ü𝗿 𝗱𝗲𝗻 𝗚𝗲𝘀𝗲𝘁𝘇𝗴𝗲𝗯𝗲𝗿
Der CDU-Politiker Jens Spahn ist seit kurzem Vater eines Sohnes.
Von Martin Graf auf Facebook.
Dieser wurde in den USA geboren und von einer Frau ausgetragen, die von Jens Spahn und seinem Ehemann Daniel Funke dafür bezahlt wurde. Üblich sind in den USA für diese „Dienstleistung“ Beträge zwischen 110.000 und 250.000 Dollar. In meiner Welt gibt es einen Begriff, der diese Praxis treffend beschreibt: Menschenhandel.
Im Jahr 2020 sprach Jens Spahn sich in seiner Funktion als Bundesgesundheitsminister gegen jede Form von Leihmutterschaft aus. Im Februar 2026 bekräftigte seine Partei auf ihrem Parteitag das Verbot von Leihmutterschaften, um Frauen vor Missbrauch, Ausbeutung und gesundheitlichen Risiken zu schützen. Jens Spahn - mittlerweile Vorsitzender der CDU-Bundestagsfraktion - hat sich auf diesem Parteitag nicht zu diesem Thema geäussert. Zu diesem Zeitpunkt hatte er jedoch bereits einen Vertrag mit einer Leihmutter unterschrieben.
Das Prinzip dahinter ist simpel: Wer sich das Verbot leisten kann, umgeht es. Wer sich Flüge in die USA, eine Agentur und ein sechsstelliges Honorar leisten kann, bekommt ein Kind, das andere Deutsche in Deutschland nicht bekommen dürfen. Das Gesetz gilt für die Krankenschwester aus Gelsenkirchen. Für den CDU-Fraktionsvorsitzenden mit Diplomatenpass gilt es nur, solange er in Berlin bleibt.
Mich überzeugen die vorgebrachten Rechtfertigungsversuche dafür nicht. Sobald Geld fliesst und der Wunsch eines wohlhabenden Paares wichtiger wird als der Schutz einer Frau vor wirtschaftlichem Druck, liesse sich dieselbe Logik auf vieles andere übertragen. Warum sollte beispielsweise Organhandel verboten bleiben, wenn ein Mensch mit viel Geld eine Niere oder eine halbe Leber braucht? Man könnte dieselben scheinheiligen „Begründungen“ verwenden: Beide Seiten seien einverstanden. Jeder treffe eine freie Entscheidung. Der Eingriff werde ärztlich begleitet. Am Ende würden alle Beteiligten profitieren.
Aber genau deshalb verbietet Deutschland den Handel mit Organen: Weil Geld den Begriff der Freiwilligkeit verändert. Weil Menschen in schwierigen Lebenslagen Dinge tun, die sie ohne finanziellen Druck nie in Betracht gezogen hätten. Bei der Leihmutterschaft stellen sich dieselben Fragen: Wer entscheidet frei, wenn auf der anderen Seite eine Summe steht, die das Leben einer Familie verändert? Wer schützt die Frau, deren Körper für neun Monate zum Gegenstand eines Vertrags wird? Wer schützt das Kind davor, von Anfang an Teil eines Geschäfts zu sein?
Oft hört man in diesen Tagen den Satz: „Aber der Kinderwunsch ist doch etwas Besonderes.“ Ja. Und trotzdem entsteht daraus kein Anspruch. Es gibt kein Recht auf Elternschaft. Für niemanden. Nicht für Heterosexuelle. Nicht für Homosexuelle. Nicht für Prominente. Nicht für Minister. Das mag hart sein. Es bleibt trotzdem wahr. Aus einem tiefen Wunsch entsteht kein einklagbares Recht.
Das Leben verteilt Chancen ungleich. Das mag ungerecht sein; trotzdem erwächst daraus kein Anspruch gegen andere Menschen. Wer klein ist, wird kein Basketballprofi. Wer unansehnlich ist, wird kaum Model. Und wer zwei linke Hände hat, wird keine Karriere als Herzchirurg machen. Diese Grenzen akzeptieren wir jeden Tag. Nur beim Kinderwunsch soll plötzlich gelten, dass Geld und Prominenz jedes Hindernis beseitigen dürfen?
Gerade Politiker sollten diese Unterschiede kennen. Denn Gesetze verlieren ihre Glaubwürdigkeit, wenn sie im Inland als moralisch notwendig verteidigt und im Ausland umgangen werden, sobald genügend Geld im Spiel ist: Dann entsteht der Eindruck, dass Gesetze und Verbote nur für die Allgemeinheit gelten, während sich die Leute mit Geld und Einfluss ihre Ausnahmen kaufen können. Und dieser Eindruck beschädigt das Vertrauen in die Politik weit stärker als jede ehrliche Debatte über eine mögliche Änderung des Gesetzes.
Am Ende geht es um eine schlichte Frage: Wenn Leihmutterschaft ein so schwerer Eingriff in die Menschenwürde ist, dass sie in Deutschland verboten bleibt, warum wird sie akzeptabel, sobald der Vertrag in Kalifornien unterschrieben wird und die Rechnung hoch genug ist? Wer darauf keine überzeugende Antwort hat, verteidigt kein Prinzip. Er verteidigt nur eine Ausnahme für Menschen mit Geld und Einfluss. Und damit eine egoistische, unmoralische Gesellschaft, in der ich nicht leben möchte.
MG 17.7.2026




All animals are equal. But, some animals are more equal.
Das war nicht zum Spaß im NRW der 1970er-Jahre Gymnasiallektüre der Oberstufe.
Das Thema an sich sprengt schon alle Biologischen Grenzen.
Wie die Jungfrau Maria wird eine Frau schwanger, ohne Sex, ohne eigenen Eisprung, ohne irgendwelche Bindung.
Eltern werden dann ... alles was technisch möglich ist. Noch nicht mal Gesetzlich legal hierzulande.
Ist Evolution der Weg, dann endet dieser hier.